Gamescom 2010 Aftermath

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Dieses Jahr war ich zu Besuch in Köln auf der Gamescom. Einen detailierten Messebericht spare ich mir, dazu einfach mal Google anmachen.

Gegen 11 Uhr betraten wir die erste Halle. Wir liefen erstmal gegen eine akustische Wand aus Schall, bestehend aus Musik, Geschrei und Gepolter.

Es war „noch“ nicht so viel los, an den interessanten Ständen waren sie aber schon: Die Warteschlangen.

Es schlängelt die Schlange…

Und da wären wir auch gleich beim meiner Meinung nach größten Problem der Messe. Zum Leid aller Beteiligten sind alle Hallen auch für minderjährige Besucher geöffnet. Zwar werden diese durch ein entsprechend gefärbtes Bändchen am Handgelenk als solche erkenntlich gemacht, sorgt jedoch dafür das alle „interessanteren“ Spiele nur noch hinter verschlossenen Türen vorgeführt werden dürfen.

Und um hinter diese Türen zu kommen gibt es nur einen Weg: Anstehen.

Beispiel Diablo 3: Schon als wir ankamen war dort eine Schlange mit dreistündiger Wartezeit aufgereiht. Zwar bekommt man allerlei „tolle“ Goodies wie Tshirts oder bunte Schlüsselanhänger wenn man es geschafft hat, aber mehr als 2-3 Spiele schafft man pro Messetag so nicht.

Und ganz ehrlich: Das war uns wirklich zu dumm, daher haben wir keines der Messe Highlights tatsächlich zu Gesicht bekommen.

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Viele Stände kamen mir vor wie das Tor zur Hölle. Auf der Bühne dümmliche Clowns welche alle 30 Minuten versuchen die Menge zu „animieren“. Dazu schreien sie lautstark durch die Gegend und bitten das Publikum, selbiges ebenfalls zu tun. Zwischendurch werden T-Shirts oder Anhänger in die Menge geworfen. Am Stand von Alternate wurden sogar Grafikkarten in die Menge geworfen. Ähh?

Die Jungs vom Mafia2 Stand fanden ihren Job wohl auch ein bisschen lächerlich, sonst hätten sie das Publikum nicht gefragt warum sie überhaupt anstehen, wenn das Spiel eh in 2 Wochen raus kommt. Gute Frage.

Messebabes

Der Sinn mancher weiblicher Darbietungen lässt sich kaum noch sinnvoll begründen. Beispielsweise Razor: Die „Show“ dort war einem Besuch in einem Striplokal nicht unähnlich. Zwei Mädels auf der Bühne, lasziv tanzend. Dazwischen stand ein schwarzer Mitbürger, welche unverständliche Wortfetzen durch die Halle brüllte. Das ganze ging ungefähr 15 Minuten. Am Schluss kam ein Japaner dazu, der die neueste allergeilste Razor-Zaubertastatur in den Händen hielt. Und alle so: YEAH.

Am Stand einer anderen Hardwarebude standen zwei Mädels auf dem Tresen. Im Bikini. Einfach so weil halt.

Publikum

In höchstem Maße amüsant fanden wir das Publikum: Meistens übergewichtig, Motto T-Shirt am Laib und irgendeine Spielkonsole in den Händen.

Dieser Bube z.B. stand mit seinem Freund in einer Warteschlange, zockend, während er aufs Zocken wartete, sein Freund das selbe Bild. Wortlos. Irgendwie, ja.

Und sonst so?

An den offenen Ständen gabs dann doch ein bisschen was zu sehen.

Xbox Natal aka Kinect: Ist genau der Quatsch den ich befürchtet habe. Wildes rumgehampel, Wii lässt grüßen. Außer Casual-Games ist erstmal gar nichts angekündigt. Und funktionieren tut es auch eher schlecht als recht. Mein Tipp: Finger weg.

Playstation Move: Das ist das mit den leuchtenden Eiswaffeln. Ist ungefähr der selbe Quatsch wie bei der Wii, nur ein bisschen andere Technik. Resultiert aber auch in unkontrolliertem Schütteln des Controllers um irgendwelche Aktionen im Spiel auszulösen. Quatsch, Finger weg davon.

Cool fand ich den ESL Bereich. Dieser war auch durch einen Vorhang vom Rest der Halle abgetrennt, Zugang hatte man erst ab 18. Dort gab es dann Starcraft2 und Quake Live Showmatches zu sehen. Es waren unter anderem ein paar bekannte Jungs der e-Sport Szene dabei. Waren ein paar interessante Spiele.

Bei Nvidia gabs dann noch in einem kleinen Kino eine Kostprobe von 3D-Spielen. Merkwürdig fand ich, dass die 3D Brillen einen Ein/Aus Schalter hatten. Beim Drücken verschwand der 3D-Effekt auch tatsächlich. Weis jemand was die Brillen mit dem Strom machen?

Dann hab ich mir mal noch so ein Windows7 Phone angeschaut. Und ich muss schon sagen: Alter Spalter, Microsoft, das üben wir aber nochmal. Ernsthaft: Ich sehe in diesem typografischen WirrWarr Menü in nächster Zeit keine ernstzunehmende Konkurrenz für iPhone & Android. Ich war unfähig selbst Standardfunktionen wie SMS oder telefonieren mit diesem Gerät aufzurufen.

Fazit

Nächstes Jahr noch mal? Ich denke eher nicht. Köln ist eine ganz hübsche Stadt, aber zuhause bekommt man definitiv mehr mit von den Dingen die auf der Messe präsentiert werden. Eine interessante Erfahrung war es allerdings dann doch. Ich würde allerdings empfehlen irgendwie am Pressetag rein zu kommen; da es ist ruhiger und die Schlangen kürzer. So ein Presseausweis hat ja heutzutage eh jeder Sepp, daher sicher irgendwie machbar.

2 Gedanken zu “Gamescom 2010 Aftermath

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