Google verkauft Firefox

This post was published 9 years, 8 months ago. Some material it contains may no longer be applicable.

Immer wieder fragen sich die Menschen, ob sie Google lieben, hassen oder fürchten sollen.

Warum hassen? Google ist doch so lieb, gibt uns tolle Programme und verlangt kein Geld. Google muss die freundlichste Firma der Welt sein. Aber womit verdient sie Geld? Wieso machen sie jedes Jahr noch viel viel mehr Millionen Gewinn als im Jahr davor?

Können unsere Informationen soviel Wert sein?

Ich demonstriere es einfach mal an einem Beispiel, was mir gestern über den Weg gehüpft ist: Die Google Toolbar für Firefox.

Kennt ihr dieses Stück Software? Tut eigentlich nicht viel, fügt z.B. eine Google Suchleiste in Firefox ein. Ähhh moment, die ist doch schon von Haus aus eingebaut? Es gibt noch eine Pagerankanzeige, aber was will ich als Normaluser damit? Was ich sagen will: Die Toolbar ist weitestgehend nutzlos für uns. Für Google jedoch sieht die Sache anderst aus.

Die Toolbar übermittelt Google beispielsweise welche Seiten wir besuchen. Dies tut sie unter dem Deckmantel der „Pagerankanzeige“. Was sie noch alles vermittelt wollen wir gar nicht wissen.

Auf jeden Fall müssen diese Informationen sehr viel Wert sein. Den Google bezahlt bares Geld für die Installation der Toolbar, und zwar bis zu 1 $. Es besteht für Seitenbetreiber die Möglichkeit via AdSense für ein „Firefox mit Google Toolbar“ Packet zu werben. Und für jeden geworbenen Kunden zahlt Google 1 Dollar.

Was aber das wirklich krasse daran ist, wie Google feststellt ob das Werben funktioniert hat.

Nach einem Klick auf den AdSense-link eines Werbers (Beispiel ist aktuell in meiner Seitenleiste zu finden) leitet Google den User zu einer speziellen Seite um und erstellt gleichzeitig eine, nennen wir es „getaggte“ Version von dem Firefox Packet. Dieser Tag beinhaltet eine eindeutige ID. Nach der erfolgreichen Installation der Software meldet sich die installierte Toolbar bei Google und vermerkt die ID als „installiert“. Erst dann wird dem Werber der Betrag gutgeschrieben.

Wenn ich mir sowas ansehe, sehe wieviele Informationen hier ohne meine Kontrolle hin- und her fließen, dann wird mir richtig schlecht. Ich bin keiner dieser Datenschutzjunkies, aber so langsam bekomme ich auch Angst vor dem großen Google Monster.

4 Gedanken zu “Google verkauft Firefox

  1. Ich muss sagen, dass du der Welt nicht umbedingt etwas neues erzählst. Du solltest dir das XPI, was die Software enthält einmal genau ansehen. Einfach entpacken. Zudem hast du die Werbung hier auch eingebunden, die solltest du lieber entfernen, bevor dir schlecht wird.

  2. Informationen sind Geld
    Geld ist Macht
    Macht sichert den Fortbestand

    Sicher sollte man zwei Mal überlegen wohin die eigenen Daten gehen, aber ich muss sagen, ich gebe lieber meinen kompletten Lebenslauf Google als auch nur eine E-Mail Adresse an Firmen wie Microsoft.

    Hat Google was schlechtes mit den Daten gemacht? Ich nutze keine Toolbar etc. … aber dennoch: Habe ich als Nutzer Schaden erlitten? Bekomme ich auf einmal Spam? Nein. Werden meine Bankkonten leergeräumt? Auch nicht.

    Alles was Google tut lässt sich nachvollziehen da es ein OpenSource Produkt ist. Würde man sowas bei Opera oder dem IE machen wo ich als einfacher Anwender mich rein auf die Hersteller verlassen muss… ja dann wäre ich auch skeptisch.

    Google verdient an mir weil ich über deren System suche und mir Werbung angezeigt wird? Na wen störts? Ich mache Google reich und Google fördert unzählige Programme und Plattformen die ich nutze und brauche.

    Ich sehe nichts Verwerfliches.

    Willst du verwerfliches sehen? Dann schau mal in die EULAs von diversen Microsoft Produkten.

    DA sollte dir schlecht werden.

  3. Google nutzt die Daten um ihre Suchergebnisse zu verbessern. So gesehen ein Verfahren um Spam-Seiten und die dämlichen SEO-Ergebnisse auszutricksen. Außerdem bietet Google die Möglichkeit an, Seiten vom User als brauchbar und nicht brauchbar einzustufen. Soll ebenfalls der Verbesserung der Suchergebnisse dienen.
    So gesehen ist der Dollar den Google zahlt eine Investition in ihre Suchmaschine. Ist investieren jetzt böse?

    Wenn ich nun ins Internet-Cafe gehe und an jedem PC den FF+Google-Bar über ein Google-Ad installiere, bekomme ich jedesmal $1 dafür. Bei 20 PCs sind das $20. Nach getaner Arbeit lösche ich die Installationen und säubere die PCs via Rollback.
    Toller Nebenverdienst für Admins in Großunternehmen die nachts nichts zu tun haben. Mal eben den FF+Google-Bar auf 500 PCs installieren und dann via Update das Netzwerk wieder bereinigen.

    Bist du dich Geek nennen darfst ist es aber noch ein weiter Weg, junger Padawan.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.